Archäologisches Nationalmuseum
Die goldene Maske, die Schliemann für jene Agamemnons hielt, die göttlichen Bronzen und die Schätze von Mykene: das Herz der griechischen Kunst in einem einzigen Museum.
Eine goldene Maske, die seit dreitausend Jahren ins Leere starrt, kolossale Bronzen, festgehalten im Augenblick, in dem sie eine Waffe schleudern, Dolche mit goldtauschierten Klingen: Das Archäologische Nationalmuseum vereint unter einem einzigen Dach das Beste dessen, was uns das antike Griechenland hinterlassen hat. Nach der Akropolis ist es der Besuch in Athen, den man nicht verpassen sollte – und so weitläufig, dass es sich lohnt, ihn auf zwei Etappen aufzuteilen.
Die Schätze von Mykene
Das Herz des Museums bilden die mykenischen Altertümer (16.–11. Jahrhundert v. Chr.), die ab 1876 von Heinrich Schliemann ans Licht gebracht wurden. Aus den Königsgräbern von Mykene stammen goldene Totenmasken, Becher, Schmuck und die berühmteste von allen, jene, die Schliemann Agamemnon zuschrieb.
Aus denselben Grabstätten stammen die Bronzedolche mit gold- und silbertauschierten Klingen, ein Rhyton in Form eines Stierkopfes für die Opfergaben an die Götter, ein Kristallgefäß in Entenform und ein weiblicher Steinkopf, der noch in lebhaften Farben bemalt ist.
Skulpturen und Bronzen
Unter den Marmorskulpturen stechen die Platten mit Figuren von Tänzerinnen aus dem Dionysostheater am Fuß der Akropolis hervor. Der wahre Stolz des Museums sind jedoch die Bronzen, allen voran die imposante Figur des Poseidon (oder vielleicht Zeus), eingefangen in dem Augenblick vor dem Wurf des Dreizacks oder des Blitzes.
Ägypten und private Sammlungen
Überraschend ist die ägyptische Abteilung, eine der reichsten Europas mit über 7000 Stücken von der prädynastischen bis zur ptolemäischen Zeit: Sie bezeugt den regen Austausch zwischen Griechenland und Ägypten, mit einer Pharaonenstatue aus Alabaster und einer Statuette Ramses' II. aus Granit. Hinzu kommen zwei Privatsammlungen: der Schmuck der Eleni Stathatou und die Sammlung Karapanos mit Kleinbronzen und Artefakten aus dem Heiligtum von Dodona in Epirus.