Nisyros
Steig zu Fuß in den dampfenden Krater eines noch lebenden Vulkans hinab
Steig in den Krater hinab, und die Insel verändert ihr Gesicht: keine Olivenbäume und kein Meer mehr, nur noch gelbe Erde, die unter den Sohlen brennt, zischende Fumarolen und ein stechender Schwefelgeruch. Nisyros ist ein noch lebender Vulkan des Dodekanes, entstanden aus einem Ausbruch, der im Jahr 1422 diese riesige Caldera aufriss. Dieselbe Gewalt, die die Dörfer verwüstete, machte den Boden danach überaus fruchtbar: Heute ist die Insel grün von Feigen-, Mandel- und Olivenbäumen – ein scharfer Kontrast zum mondartigen Grund der Krater.
Sehenswürdigkeiten
Alles beginnt in Mandraki, dem Hauptort und Hafen, mit seinen zweistöckigen Häusern und ihren bunt bemalten Holzbalkonen sowie einem Labyrinth aus weißen Gassen, die hinauf zum mittelalterlichen Viertel Chora führen – nahe Langadi berühren sich die Balkone von einer Straßenseite zur anderen beinahe. Ganz oben hütet die 1315 von den Rittern errichtete Burg die Kirche Panagia Spiliani mit ihrer wundertätigen Ikone aus vergoldetem Silber. Am Aufstieg sammelt das Museum für Geschichte und Volkskunde Gefäße, Stickereien und traditionelle Trachten.
Das Herz der Insel bleibt jedoch der Krater, tagsüber von Besuchern wimmelnd und abends wieder still, wenn die Ausflüge zurück nach Kos fahren. In der Umgebung lohnt der Aufstieg nach Nikia mit seinen kleinen Plätzen, die mit Kieselmosaiken (Choklakia) geschmückt sind, sowie nach Emporeios, einem fast verlassenen Dorf am Rand der Caldera. Nördlich von Mandraki haben sich die kyklopischen Mauern der antiken Akropolis von Palaiokastro erhalten, riesige Blöcke aus Vulkangestein aus dem 5. Jahrhundert v. Chr.
Die Strände
Die Strände von Nisyros bestehen aus dunklem Vulkansand. Der beste Stützpunkt ist Paloi, ein hübsches Fischerdorf im Osten mit Tavernen und Stränden wie Chochlakoi. Vom Hafen Mandraki legen außerdem die Boote zum Inselchen Gyali mit seinen Kalksteinbrüchen sowie nach Agios Antonios mit herrlichen Stränden aus weißem Sand ab.
Gut zu wissen
Nisyros erreicht man mit der Fähre, oft mit Zwischenstopp oder Anschluss ab Kos, und viele besuchen die Insel als Tagesausflug. Wer aus Deutschland anreist, fliegt meist nach Kos (im Sommer Direktflüge ab vielen deutschen Flughäfen) und setzt von dort mit der Fähre über; alternativ ist die Anreise über Italien und eine Fährüberfahrt in die Ägäis möglich. Um die Insel in ihrem authentischsten Moment zu erleben, lohnt es sich, über Nacht zu bleiben: Nach der Abfahrt der Tagesgäste wird der Vulkan wieder menschenleer und die Gassen von Mandraki leeren sich. Festes Schuhwerk zum Gehen auf dem Kraterboden, wo die Erde heiß und unbeständig ist.