Naxos
Die größte und grünste Insel der Kykladen – von der Portara bis zum Berg Zas
Wenn man vom Meer kommt, ist das Erste, was man sieht, ein gewaltiges Marmortor, das ganz allein auf einer kleinen Insel emporragt: die Portara, das einzige fertiggestellte Stück eines nie vollendeten Apollon-Tempels. Sie ist das Wahrzeichen von Naxos, der größten Insel der Kykladen – und zugleich der grünsten. Hier steigen hinter den Stränden Täler voller Obst- und Olivenhaine bis hinauf zum Berg Zas, dem mit 1001 Metern höchsten Gipfel des Archipels.
Sehenswürdigkeiten
Alles beginnt bei der Portara auf der kleinen Insel Palatia nördlich des Hafens: Das große steinerne Tor sollte zum Apollon-Tempel führen, der 522 v. Chr. begonnen wurde und unvollendet blieb. Bei Sonnenuntergang ist es der Treffpunkt der halben Insel.
Hinter dem Hafen steigen die Gassen der Stadt Naxos hinauf zum Kastro, der venezianischen Festung, in der einst der katholische Adel lebte. Naxos fiel 1207 an die Venezianer, die die Insel mit befestigten Türmen übersäten, von denen viele bis heute zu sehen sind. Im Viertel Bourgos erhebt sich die Kathedrale Zoodochou Pigis aus dem 18. Jahrhundert, errichtet aus Steinen, die von älteren Kirchen und Tempeln gewonnen wurden. Einen Halt wert ist auch das Archäologische Museum mit seiner schönen Sammlung lokaler Fundstücke – Naxos war eine der ersten Inseln, die Marmor bearbeiteten, denselben, der für die Löwenterrasse auf Delos verwendet wurde.
Die Strände
Die Westküste ist eine Abfolge langer Strände mit hellem Sand. Agios Georgios, nur einen Schritt von der Stadt entfernt, ist der bequemste, auch wenn er teils hinter Hotels und Restaurants verborgen liegt; weiter südlich öffnen sich noch weite und ruhige Strände. Trotz Flughafen und Tourismus ist Naxos nicht vom Massentourismus überrollt worden: Das Inselinnere bleibt landwirtschaftlich geprägt, mit Bergdörfern und Wanderwegen.
Gut zu wissen
Der Sage nach ließ Theseus gerade hier die Prinzessin Ariadne zurück, die später von Dionysos aufgenommen wurde. Naxos erreicht man mit der Fähre und ist ein idealer Ausgangspunkt fürs Inselhüpfen in den Kykladen: nah an Mykonos und Paros, aber mit entspannteren Preisen und einem ruhigeren Rhythmus. Aus Deutschland reist man im Sommer meist über einen Flug nach Mykonos, Santorini oder Athen an und setzt von dort mit der Fähre über; wer mehr Zeit hat, kann auch über Italien mit der Fähre ab Ancona oder Bari nach Patras anreisen.