Lesbos
Der "Garten der Ägäis": endlose Olivenhaine, Thermalquellen am Meer und Dörfer mit roten Dächern.
Schon zu Zeiten der Römer war Lesbos ein beliebtes Urlaubsziel. Dank seiner üppigen Vegetation, der dichten Obstgärten und ausgedehnten Pinienwälder wurde die Insel der "Garten der Ägäis" genannt. Es ist eine große Insel mit einer sehr abwechslungsreichen Landschaft: Der quirlige Hafen der Inselhauptstadt Mytilini (Mitilini) steht in deutlichem Kontrast zu den ruhigen Bergdörfern und den Orten im Landesinneren. Der Name der Hauptstadt, "Mytilini", wird mitunter auch für die Insel selbst verwendet – eine in Griechenland verbreitete Gewohnheit, die Reisende verwirren kann.
Unter osmanischer Herrschaft wurden die Inselbewohner nach Konstantinopel deportiert, und die Insel wurde mit türkischen Siedlern neu besiedelt, die einen Großteil der Spuren von Byzantinern und Genuesen auslöschten. Lesbos ist außerdem eine Durchgangsstation für Tausende von Zugvögeln, die von den üppigen Buchten und den umliegenden Salinen angezogen werden: ein wahres Vogelparadies und ein bevorzugtes Ziel für Liebhaber des Birdwatching.
Strände, Thermen und Dörfer
Die touristische Entwicklung von Lesbos verdankt sich vor allem den wunderschönen Stränden und Badeorten. Das Landesinnere ist hingegen von dichten Wäldern und imposanten Bergen geprägt: dem Berg Olymbos (967 Meter) im Süden der Insel und dem Berg Lepetimnos im Norden, der kurioserweise genau dieselbe Höhe erreicht.
Im südlichen Teil, am Fuße des Berges Olymbos, breiten sich die dichtesten Pinien- und Olivenhaine aus, mit zahlreichen Urlaubsorten. Unbedingt sehenswert sind die Thermalheilbäder, darunter Loutra Eftalous in der Nähe von Molyvos. Die Hauptattraktion dieser Gegend ist das reizvolle Bergstädtchen Agiasos mit alten Gebäuden, gepflasterten Gassen und der Kirche Panagia Vrefokratoussa, einem Wallfahrtsort rund um eine Ikone, die dem heiligen Lukas zugeschrieben wird. Den Süden kann man auch an einem einzigen Tag erkunden, mit einem Bus, der von Mytilini abfährt und die wichtigsten Orte ansteuert.
Routen über die Insel
Der westliche Teil von Lesbos besitzt eine herbere Schönheit, mit einigen kleinen Dörfern, in denen die berühmten Klöster der Insel liegen; es ist eine Region, die der Pferdezucht gewidmet ist. Zu den bedeutendsten Orten zählt die Stadt Eresos, ein Wallfahrtsort für Liebhaber der Poesie, und noch weiter westlich der beschauliche Badeort Sigri. Das wichtigste Badezentrum der Insel ist Skala Kalonis am gleichnamigen Golf, mit herrlichen Stränden, die in der Hochsaison sehr gut besucht sind.
An der Nordküste liegt Methimna (auch als Molyvos bekannt), mit seinen rotgedeckten Häusern, die sich um eine genuesische Burg gruppieren. Unterhalb der Stadt öffnet sich der malerische Hafen, von dem aus man unweit das Küstendorf Petra erreicht.