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Ramnous

Einsame Ruinen in der Macchia, mit Blick über das Meer hinüber nach Euböa

Die Ausgrabungsstätte von Ramnous liegt in der Nähe des kleinen Ortes Kato Souli und ist von Athen aus mit den Bussen erreichbar, die die beiden Orte verbinden. Empfehlenswert ist jedoch ein Taxi, das Sie direkt zum Gelände bringt, denn der restliche Fußweg bis zur Stätte ist immer noch recht lang.

Nur ein kleiner Teil des Geländes ist für Besucher zugänglich, weshalb sich nur wenige hierher verirren. Größtenteils von Pflanzen überwuchert, was ihnen einen ganz besonderen Reiz verleiht, liegen die Ruinen von Ramnous einsam gegenüber von Euböa, an einem Hügelhang, der sanft zum Meer hin abfällt. Zwischen den Sträuchern rund um die Ruinen fallen die Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae) ins Auge – jene Pflanzenart, von der die Stadt ihren Namen erhielt.

Der Nemesis-Tempel

Auf dem Gelände erstreckt sich eine weite Terrasse mit den Fundamenten zweier dorischer Tempel. Der kleinere, im 6. Jahrhundert v. Chr. errichtete Tempel war Themis, der Göttin der Gerechtigkeit, geweiht; der größere aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. war Nemesis gewidmet und beherbergte ein berühmtes Bildnis der Göttin, dessen Kopf heute im British Museum in London aufbewahrt wird.

Der Legende nach landeten die persischen Heere vor ihrer Niederlage bei Marathon an diesem Hügel und brachten einen großen Marmorblock mit, in den sie ihren vermeintlichen Sieg über die Athener einmeißeln wollten. Doch die Göttin Nemesis vereitelte diesen Triumph, und die Griechen errichteten den Tempel rund um eben jenen Block. Heute sind nur noch die Fundamente erhalten, doch der Nemesis-Tempel ist nach wie vor deutlich zu erkennen.

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