Marathon
Der Grabhügel der 192 Gefallenen von 490 v. Chr. und der Lauf, der von hier seinen Namen erhielt
Der Name Marathon ist in den Wortschatz aller Sprachen eingegangen und gibt dem berühmten Langstreckenlauf seinen Namen, doch die kleine Stadt birgt weit weniger bekannte Details. Während der Perserkriege landeten die feindlichen Schiffe hier ihre Heere an, um sie auf der Ebene von Marathon gegen die Griechen zu führen. Auf dieser Küstenebene wurde 490 v. Chr. jene Schlacht geschlagen, die Herodot beschreibt.
Der Grabhügel der Gefallenen
In der Ebene erhebt sich der Grabhügel, der an die Schlacht erinnert. Neun Meter hoch, wurde er als Grabmal für die gefallenen athenischen Soldaten errichtet. An seinem Fuß steht die Nachbildung der Grabstele des Aristion, die einen Krieger darstellt, wie sie hier gekämpft haben; das Original wird im Archäologischen Nationalmuseum von Athen aufbewahrt. Unweit davon birgt ein zweiter Hügel, der sogenannte Hügel der Plataier, die Gräber der Soldaten aus der Stadt Plataiai. Das Monument liegt etwa 4 km südlich des heutigen Marathon.
Den heroischen Charakter des Sieges erkennt man an den Zahlen: Das große persische Heer wurde von den Athenern, die nur 192 Mann verloren, geschlagen und vernichtet. Die Nachricht überbrachte Pheidippides, der von Marathon bis zur Akropolis in voller Rüstung lief und, nachdem er den Ausgang verkündet hatte, vor Erschöpfung an Ort und Stelle starb. Der Marathonlauf unserer Tage, 42,195 km lang, erinnert mit einem jährlichen Lauf an diese Tat: Jeden Oktober folgt er der Strecke des Soldaten und endet im Panathinaiko-Stadion von Athen.
Museum und See
Nicht entgehen lassen sollte man sich das Archäologische Museum von Marathon, das eine interessante Sammlung von Funden aus helladischer und mykenischer Zeit beherbergt: Graburnen, Waffen, Statuen und Vasen. Neben dem Museum befindet sich eine kleine helladisch-mykenische Nekropole. Fährt man mit dem Auto weiter nach Westen, ein kurzes Stück entlang der Nationalstraße 83, erreicht man den wunderschönen Marathon-See, einen Stausee, der nach dem Bau einer Staumauer aus weißem Marmor entstand und lange Zeit einen Großteil des Trinkwassers von Athen lieferte.