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Kap Sounion

Der Poseidontempel hoch über der Ägäis und die berühmtesten Sonnenuntergänge Griechenlands

Fünfzehn weiße Marmorsäulen auf einem Felssporn, das offene Meer an drei Seiten und die Sonne, die genau hinter dem Tempel versinkt: Kap Sounion ist der letzte Zipfel Attikas vor der Ägäis und hat jeden verzaubert, der je hier vorbeikam, Lord Byron eingeschlossen. Von Athen aus erreicht man es entlang der Küste hinab, vorbei an Stränden und Buchten, bis zu dem Vorgebirge, auf dem das Heiligtum des Poseidon aufragt.

Der Poseidontempel

Die Seefahrer der Antike sahen ihn schon von Weitem und wussten, dass sie fast zu Hause waren. Der Tempel wurde um 444 v. Chr. auf Geheiß des Perikles aus Marmor errichtet, über den Resten eines älteren, von den Persern zerstörten Heiligtums. Von den ursprünglich 34 Säulen stehen noch 15 – schlank und elegant dank der Entasis, der leichten Schwellung des Säulenschafts.

Suchen Sie die Säule, in die Byron während seiner Reise von 1810 seinen Namen ritzte: Es ist das berühmteste Graffito Griechenlands. Bei den Ausgrabungen im 19. Jahrhundert kamen außerdem zwei kolossale archaische Kuroi zum Vorschein, die heute im Archäologischen Nationalmuseum in Athen zu sehen sind.

Der Sonnenuntergang und die Aussicht

Sounion lebt für den Sonnenuntergang. Wenn sich der Himmel hinter den Säulen orange färbt, gleicht die Szene tausend Postkarten – nicht von ungefähr nannten die Venezianer das Kap „Capo Colonna“. Kommen Sie etwas früher, um einen Platz zu ergattern: Neben der Ausgrabungsstätte gibt es ein Café und einige Tavernen, in denen man auf die richtige Stunde warten kann.

Vom Felssporn schweift der Blick über die Inseln der Ägäis: ganz nah Makronissos und Patroklou, weiter südlich Kea, Kythnos und Serifos, an klaren Tagen sogar Milos in knapp 100 km Entfernung. Wer übernachtet, kann den Vormittag am Strand am Fuß des Vorgebirges verbringen; auf dem Rückweg zur Hauptstadt lohnt der elegante, in Pinienwälder gebettete Ort Vouliagmeni einen Halt.

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