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Odeon des Herodes Atticus

Ein römisches Theater aus dem Jahr 161 n. Chr. am Fuß der Akropolis, in dem man noch heute unter dem Sternenhimmel singt

Odeon des Herodes Atticus

Wer von der Südseite zur Akropolis hinaufsteigt, dem stockt beim Odeon des Herodes Atticus zuerst der Schritt: ein steinernes Halbrund, in die Flanke des Hügels gegraben, dessen hohe Bögen der Bühnenwand nach fast zwei Jahrtausenden noch immer stehen. Beinahe achtzehnhundert Jahre nach seiner Errichtung setzt man sich hier noch heute hin, um Musik zu hören.

Geschichte und Legende

Errichten ließ es im Jahr 161 n. Chr. Tiberius Claudius Atticus Herodes, ein wohlhabender Konsul aus Marathon, zum Gedenken an seine Frau Aspasia Annia Regilla. Um ihren Tod rankt sich eine düstere Legende: Er selbst soll sie, schwanger, getötet haben, und das Odeon sei als Geste der Reue entstanden, getarnt als Liebesbeweis.

Ursprünglich bot das abfallende Halbrund Platz für Konzerte und Aufführungen, mit einem Holzboden und einer 35 Meter breiten Bühne, die von einer hohen Frontwand abgeschlossen wurde.

Gut zu wissen

Das Innere lässt sich nicht besichtigen, doch vom oberen Teil des Aufstiegs zur Akropolis überblickt man die gesamte hufeisenförmige Anlage. 1955 restauriert, füllt sich das Theater nur während des Athener Festivals von Juni bis September wieder mit Leben: 5.000 Zuschauer auf den marmornen Stufen, unter freiem Himmel. Wenn eure Tage in der Stadt mit dem Spielplan zusammenfallen, lohnt sich eine Eintrittskarte unbedingt.

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