Museum für Kykladische Kunst
Fünftausend Jahre alte Marmoridole, die Picasso inspirierten – mitten im Viertel Kolonaki
Glatte Gesichter, vor der Brust verschränkte Arme, eine Abstraktion, die wie aus einem Atelier des 20. Jahrhunderts wirkt: Und doch sind diese Marmoridole fünftausend Jahre alt. Mitten im Viertel Kolonaki versammelt das Museum für Kykladische Kunst die schönste Sammlung dieser rätselhaften Figuren, das private Erbe von Nikolaos und Dolly Goulandris.
Was es zu sehen gibt
Das der Kykladenkultur gewidmete Stockwerk ist das Herzstück des Besuchs: rund 350 Fundstücke aus der Ägäis aus der Zeit von 3000–2000 v. Chr., sorgfältig beleuchtet, um ihre klaren Linien zur Geltung zu bringen. Vor allem die Marmoridole beeindrucken, mit jener Schlichtheit, die Picasso und den Bildhauer Henry Moore inspirierte; daneben Gefäße aus Marmor und Keramik aus derselben Epoche.
Ein weiteres Stockwerk widmet sich der antiken griechischen Kunst im eigentlichen Sinne: minoische und mykenische Keramik und Objekte, schwarzfigurige Vasen auf rotem Grund. Höher gelegen finden die chronologisch geordnete Sammlung Karolos Politis und einige Fragmente des berühmten Schatzes von Keros ihren Platz.
Gut zu wissen
Das Museum ist in einer eleganten Villa untergebracht, die 1992 um die benachbarte Villa Stathatos erweitert und über einen gläsernen Gang mit ihr verbunden wurde: Hier wechseln sich die mit Möbeln aus der Epoche eingerichteten Säle und die Stücke der Akademie von Athen mit den Wechselausstellungen ab. Auch der Museumsshop lohnt einen Halt, gut bestückt mit Büchern und schönen Nachbildungen der Idole.
Nur wenige Schritte von der Akropolis und ihrem Museum entfernt: Es lohnt sich, den Besuch mit einem Tag im Zentrum von Athen zu verbinden, nachdem man das Akropolis-Museum gesehen hat.