Rhodos
Eine von Mauern umschlossene Ritterstadt, die weißen Häuser von Lindos und die Legende vom Koloss: Die größte Insel des Dodekanes hat alles.
Auf Rhodos schreitest du durch ein Tor in der Stadtmauer und stehst plötzlich im 14. Jahrhundert: Die Ritterstraße steigt gepflastert und still bis zum Großmeisterpalast hinauf, vorbei an den alten Herbergen des Johanniterordens. Es ist die größte bewohnte mittelalterliche Stadt Europas, UNESCO-Welterbe – und man muss sie nur verlassen, um endlos lange Strände, die über dem Meer schwebende Akropolis von Lindos und die Erinnerung an den Koloss wiederzufinden, eines der Sieben Weltwunder der Antike. Die größte Insel des Dodekanes vereint all das.
Sehenswürdigkeiten
Das Herzstück ist die Altstadt, umschlossen von vier Kilometern Stadtmauer und einem Wassergraben, mit elf Stadttoren. Sie teilt sich in das Collachium, das Viertel der Ritter, und den Bourg, in dem Griechen, Türken und Juden lebten: ein Labyrinth aus Gassen, schattigen Plätzen und noch heute genutzten osmanischen Moscheen, durchzogen von der Sokratous-Straße im Basar-Stil.
Die monumentale Achse ist die Ritterstraße (Odos Ippoton) aus dem 14. Jahrhundert, gesäumt von den Herbergen der „Zungen“ des Ordens – Italien, Frankreich, Spanien –, jede im Stil ihres Heimatlandes. Am Ende ragt der Großmeisterpalast empor: eine byzantinische Zitadelle, die 1856 durch eine Explosion zerstört und in den 1930er-Jahren von den Italienern als nie bewohnte Residenz für Mussolini und Viktor Emanuel III. wieder aufgebaut wurde; im Inneren Mosaike von Kos sowie der Medusa- und der Laokoon-Saal. Im einstigen gotischen Spital der Ritter bewahrt das Archäologische Museum die Aphrodite von Rhodos.
Vom legendären Koloss, einer über 32 Meter hohen Bronzestatue des Helios, ist nichts geblieben: Ein Erdbeben stürzte ihn 227 v. Chr. um. Am Eingang des Hafens von Mandraki erinnern zwei bronzene Hirsche auf Säulen an seinen Standort – zumindest nach einer der vielen Überlieferungen.
Lindos und die Strände
Weiter südlich gelangt man nach Lindos, einer Ansammlung weißer Häuser am Fuß eines 116 Meter über dem Meer aufragenden Felsens. Auf der Spitze liegt die Akropolis mit dem Tempel der Athena Lindia: nur wenige Säulen, aber eine Kulisse, die den Aufstieg lohnt, zwischen einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert und der Ritterburg. Zu ihren Füßen ist die Bucht des Heiligen Paulus, wo der Überlieferung nach der Apostel im Jahr 43 n. Chr. an Land ging, heute ein natürliches Schwimmbecken zwischen den Felsen. Rhodos bedeutet auch Strände: lange Küstenabschnitte an der Ostseite und überall geschütztere Buchten.
Gut zu wissen
Die Neustadt rund um den Hafen von Mandraki trägt die Handschrift der italienischen Besatzung: imposante Art-déco-Bauten – Rathaus, Gericht, Post, Nationaltheater – und die überdachte Markthalle der Nea Agorà. An der Mole steht ein Leuchtturm neben drei Windmühlen. Hier legen die Fähren zum übrigen Dodekanes ab.