Korfu
Venezianisch in den Gassen, britisch in den Arkaden, griechisch am Meer: die mondänste Insel des Ionischen Meeres.
Korfu (Kerkyra), die nördlichste der Ionischen Inseln, ist die zweitgrößte Insel des Archipels. In strategischer Lage im Mittelmeer, zwischen den Südspitzen Italiens und Albaniens, wurde sie im Laufe der Jahrhunderte von verschiedenen fremden Kulturen geprägt und hat dabei einen kultivierten und ganz eigenen Charakter entwickelt.
Die Insel bietet sehr abwechslungsreiche Urlaubsmöglichkeiten, von kilometerlangen unberührten Stränden über belebte Touristenresorts bis hin zu malerischen Bergdörfern. Sie ist etwa 60 km lang und gebirgig; der höchste Gipfel ist der Pantokrator mit 906 Metern.
Korfu wurde 229 v. Chr. römische Kolonie, bevor es 337 n. Chr. von den Byzantinern besetzt wurde, gefolgt von Goten, Normannen und Anjou. Ihre Lage zwischen Italien und Griechenland, gegenüber dem Epirus, verlieh der Insel unter venezianischer Herrschaft eine entscheidende Bedeutung. Diese hatte einen starken Einfluss auf die Insel, sowohl kulturell als auch architektonisch, der bis heute erkennbar ist. Die spätere französische Besetzung brachte die Wiedereinführung der griechischen Sprache und die Gründung der Ionischen Akademie, die der Förderung der künstlerischen Entwicklung diente. 1814 fiel die Insel unter britische Herrschaft, um schließlich dem modernen Griechenland angegliedert zu werden.
Der Name Kerkyra leitet sich von Korkyra ab, der Tochter des Flussgottes Asopos: Der mächtige Meeresgott Poseidon verliebte sich in sie und brachte sie auf die Insel, die er anschließend nach ihr benannte. Im Italienischen hat der Name Corfù seinen Ursprung im griechischen Begriff kory-phai, „die Hügel“, auf denen sich die beiden Festungen der Hauptstadt befanden.
Die Stadt Korfu
Korfu-Stadt, die Hauptstadt der gleichnamigen Insel, ist im Sommer das meistbesuchte Ziel, besonders die belebten Gassen der Altstadt, die heute zum Weltkulturerbe zählt. An keinem anderen Ort wird das Erbe der verschiedenen europäischen Kulturen so deutlich. Im Zentrum erinnern die von hohen Häusern mit Balkonen und schmiedeeisernen Fensterläden gesäumten Straßen an eine typisch italienische Stadt und ähneln stark Venedig. Entlang der Nikiforou Theotoki, am südlichen Ende der Altstadt, reihen sich zahlreiche elegante Arkadengänge im französischen Stil aneinander, gesäumt von Souvenirläden, Kirchen und Kapellen.
Die kosmopolitische Atmosphäre zeigt sich noch deutlicher rund um die Esplanade, auch Spianada genannt: Dieses Ensemble aus Plätzen und Gärten, 1807 vom Franzosen Mathieu de Lesseps entworfen, hat seinen Charme bis heute bewahrt. Hier steht die Statue von Ioannis Kapodistrias, dem ersten Präsidenten des modernen Griechenland und gebürtigem Korfioten. Etwas weiter nördlich befindet sich der Palast von St. Michael und St. Georg, ein klassizistisches Gebäude mit einer vorgelagerten dorischen Säulenhalle aus 32 Säulen, das zwischen 1819 und 1824 als Residenz des britischen Hochkommissars errichtet wurde.
Zu den Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen sollte, gehört die dem Schutzpatron der Insel geweihte Kirche Agios Spyridon mit ihrer unverwechselbaren roten Kuppel. Sie bewahrt seinen mumifizierten Leichnam in einem silbernen Schrein auf, der viermal im Jahr in Prozession durch die Straßen der Stadt getragen wird. Sehenswert sind auch das Archäologische Museum, das den Giebel mit der Medusa aus dem Artemis-Tempel beherbergt, sowie das Byzantinische Museum in der Kirche Panagia Antivouniotissa.
Die Strände von Korfu
Die Insel bietet zahlreiche Strände, wunderschön, aber oft recht überlaufen. In den meisten Badeorten kann man die Ausrüstung mieten, von Liegestühlen bis zu Geräten für Wassersport. Zu den bekanntesten zählen Benitses, gegenüber dem Epirus, sowie Pelekas, Agios Georgios und Vitalades. Arillas und Agios Stefanos sind windige Strände in hügeliger Umgebung, während Sidari, Agios Spiridonas und Dassia beliebte Touristenorte mit gut ausgestatteten Stränden sind. Über die Hauptstadt hinaus lohnen auch Kassiopi, Kalami und die kleinen Dörfer im Inselinneren einen Besuch.