Kea
Die Kykladeninsel, die die Athener für sich behalten – eine Stunde von Athen entfernt
Nur eine Fährstunde von Athen entfernt entzieht sich Kea den überlaufenen Routen der Kykladen. Hier zeichnen sich die Windmühlen über Ioulida ab, gepflasterte Pfade durchziehen Täler voller Mandel- und Eichenbäume, und in den kleinen Häfen trinkt man einheimischen Wein und schaut den Booten zu. Kein ausuferndes Nachtleben: Es ist die Insel, die die Athener für sich behalten.
Ioulida, der Hauptort
Auf einem Hügel fünf Kilometer oberhalb des Hafens von Korissia gelegen, ist Ioulida ein Labyrinth aus Gassen, Treppen und überdachten Durchgängen, mit Häusern unter roten Terrakottadächern. Oberhalb des Ortes reiht sich der "Berg der Mühlen" auf: sechsundzwanzig Windmühlen, eines der meistfotografierten Motive der Insel.
Im Zentrum sticht das Rathaus hervor, ein neoklassizistischer Palast von 1902, gekrönt von den Statuen des Apollon und der Athene; am Eingang ist eine Skulptur einer Frau mit Kind aus dem antiken Karthaia ausgestellt. Einen Halt wert ist das Archäologische Museum von Ioulida, untergebracht in einem weiteren neoklassizistischen Gebäude. Vom Kastro, dem historischen Viertel auf der antiken Akropolis, gelangt man durch einen Torbogen hinein: 1210 errichteten die Venezianer hier eine Burg und verwendeten dafür die Steine der Stadtmauern und des Apollontempels wieder – und das Panorama belohnt den Aufstieg.
Strände und Häfen
Man legt in der Regel in Korissia an oder in Vourkari, einem hübschen Fischerort im Norden. Entlang der Küste wechseln sich ruhige kleine Buchten und weitläufigere Strandabschnitte ab – ideal für alle, die das Meer ohne Menschenmassen suchen. Das Hinterland aus Anhöhen und fruchtbaren Tälern bringt jene Erzeugnisse hervor, die die Insel schon seit der Antike berühmt gemacht haben: Wein, Honig und Mandeln.
Antike Spuren
Kea ist seit 3000 v. Chr. bewohnt und zählte in klassischer Zeit vier Städte; von Karthaia sind Fragmente auf der südlichen Landzunge erhalten, die nur zu Fuß erreichbar sind. Nicht entgehen lassen sollte man sich die Ausgrabungsstätte von Agia Eirini, gleich neben der gleichnamigen Kapelle am Meer: Von der in den 1960er-Jahren freigelegten Siedlung haben sich Mauern und ein Tor erhalten, die dem Erdbeben von 1450 standhielten. Viele Funde befinden sich heute im Archäologischen Museum von Ioulida.