Ios
Zwölf Windmühlen über der Chora, Strände, um die andere Kykladeninseln Ios beneiden, und das Grab Homers in den Hügeln im Norden.
Tagsüber ist Ios ein Labyrinth aus weißen Häusern und blauen Kuppeln, das zu zwölf Windmühlen hinaufsteigt; nachts füllen sich dieselben Gassen mit Musik bis zum Morgengrauen. Es ist die jugendlichste Insel der Kykladen, doch wer unterhalb der Chora hinabsteigt, findet lange, fast menschenleere Strände – und zwischen den Hügeln im Norden das mutmaßliche Grab Homers.
Sehenswürdigkeiten
Das Herz der Insel ist die Chora, das „Dorf": ein Gewirr aus weiß getünchten Häusern und Kirchen mit azurblauen Kuppeln, überragt von zwölf gut erhaltenen Windmühlen. Dort oben liegen auch die Ruinen der venezianischen Festung, die Marco Crispi um 1400 errichten ließ, mit weitem Blick über den Hafen und das Meer.
Das Archäologische Museum, ebenfalls in der Chora, empfängt die Besucher mit einer Kopie der berühmten Venus und zeigt Funde aus der antiken Stadt Skarkos im Norden der Insel.
Im Norden verbirgt sich das kurioseste Kapitel von Ios: Bei Plakotos verortet die Überlieferung das Grab Homers, das heute nur noch aus dem Eingang der Grabkammer und einigen Ruinen beim Turm Psaropyrgos besteht. Jedes Jahr am 15. Mai führt die Omiria, das Homer-Fest, die Einheimischen mit einer Fackel vom Hafen bis zum Grab – über einen rund 10 Kilometer langen Pfad.
Die Strände
Die Küste wechselt zwischen über 400 Kapellen und einigen der schönsten Strände der Kykladen. Der berühmteste ist Mylopotas, eine weite Sandfläche, die per Bus erreichbar ist und über zwei Campingplätze verfügt. Vom windigen und wenig besuchten Hafen Gialos lohnt der kurze Abstecher zur sandigen Bucht von Koumbara im Westen.
Wer Ruhe sucht, fährt nach Psathi und Kalamos oder nach Agia Theodoti an der Nordostküste, die von den mittelalterlichen Ruinen der Festung Palaiokastro überragt wird. Die stillen Sträßchen des Inselinneren führen zu den Klöstern von Kalamos und am Berg Pirgos.
Beste Reisezeit
Der Mai ist der ideale Monat: mildes Klima, eine ruhige Insel und das Fest der Omiria. Im Hochsommer verändert Ios sein Gesicht – mit Diskotheken, die bis zum Morgengrauen geöffnet sind und die Insel zu einem Anziehungspunkt für junge Leute machen. Wer Strände und Stille möchte, meidet besser den Höhepunkt der Saison. Direktflüge auf die Insel gibt es nicht; deutsche Reisende fliegen meist nach Athen oder Santorin und setzen von dort mit der Fähre über, in der Hauptsaison auch von anderen Kykladeninseln.