Ikaria
Die Insel, wo Ikarus ins Meer stürzte: Berge, die steil ins Wasser abfallen, Thermalquellen und ein entschleunigtes Leben, um das man sie beneidet.
Hier stürzte Ikarus ins Meer, als die Sonne das Wachs seiner Flügel schmolz: Die Insel trägt seinen Namen, weil – so will es der Mythos – Herakles seinen Leichnam fand und ihn genau an diesen Küsten bestattete. Heute ist Ikaria für ganz anderes berühmt. Es ist eine der wenigen „Blauen Zonen" des Planeten, in denen man länger lebt als im Durchschnitt, und den Rhythmus spürt man, kaum dass man von Bord geht: dehnbare Öffnungszeiten, Dorffeste, die erst im Morgengrauen enden, und ein Gebirge, das senkrecht ins Meer abfällt.
Sehenswürdigkeiten
Der Hauptort Agios Kirykos ist ein Fischerstädtchen mit zwei alten Thermalbädern, die schon zu römischer Zeit in Betrieb waren: Nordöstlich der Stadt sprudeln zahlreiche heiße Quellen, während sich im Westen Therma Lefkadas befindet, wo das warme Wasser zwischen Felsen und Sandbänken direkt am Meeresufer hervorquillt.
Entlang der Südküste bewahrt Xylosirtis das Evangelistria-Kloster aus dem 17. Jahrhundert. An der Nordküste, zwei Kilometer westlich von Evdilos, beherbergt das Dorf Kàmpos die Überreste einer byzantinischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Für Wanderfreunde haben sich nahe Fanari die Reste einer Festung mit dem hellenistischen Turm von Drakanou (6. Jahrhundert v. Chr.) erhalten, der bis in jüngere Zeit als Leuchtturm diente.
Die Strände
Der am besten erschlossene Teil der Insel ist die Nordseite rund um Kàmpos und Evdilos. Die beiden schönsten Strände sind Messachti, eine lange, von Wellen umspülte Sandfläche, und das nahe gelegene Livadi; einige Buchten werden auch von Naturisten besucht.
Gut zu wissen
Ikaria ist ein Land für Wanderer und Mountainbiker: steile Berge, durchschnitten von tiefen Schluchten, Pfade und ungewöhnliche Felsformationen, vor allem im Süden, wo das Gebirge ins Wasser abtaucht. Es ist eine Insel, die belohnt, wer langsamer macht. Erreichbar ist sie per Fähre – deutsche Reisende fliegen in der Regel zunächst nach Athen und steigen dort auf die Fähre um: siehe Fähren und Inselhüpfen sowie die Übersicht der Inseln der Ägäis.