Idra (Hydra)
Die Insel ohne Autos und ohne Hupen, auf der Maultiere das Gepäck schleppen
Wenn du von der Fähre steigst, fällt dir als Erstes die Stille auf: kein Motor, kein Hupen. Auf Idra sind Autos verboten, und Gepäck und Waren tragen Maultiere die Treppen hinauf. Rund um den hufeisenförmigen Hafen erhebt sich ein Amphitheater aus grauen Steinhäusern, den Wohnsitzen der Hochseekapitäne – während Athen nur eine Stunde über das Meer entfernt bleibt.
Sehenswürdigkeiten
Das Herz der Insel ist Idra-Stadt, der einzige echte Ort, mit ansteigenden Gassen, Läden und Cafés direkt am Wasser. Auf der Ostseite des Kais beherbergt der Tsamadou-Palast die Nationale Akademie der Handelsmarine; im Westen, in der Villa Tompazi, hat die Akademie der Schönen Künste ihren Sitz. Hinter dem mit Marmor gepflasterten Kai verbirgt sich die Klosterkirche der Panagia, zwischen 1760 und 1770 mit Steinen erbaut, die vom Poseidon-Tempel von Poros stammen.
Es fällt schwer zu glauben, wenn man auf diesen kleinen Hafen blickt, dass hier einst über 40.000 Menschen lebten und die Flotte der Insel 150 Schiffe zählte, die den Atlantik bis nach Nordamerika überquerten. Es war dieser Handelsreichtum, der die Häuser errichtete, die Idra noch heute ihr aristokratisches Profil verleihen.
Zu Fuß zwischen Wegen und Klöstern
Ohne Räder erschließt sich die Insel zu Fuß (oder, für die Bequemeren, mit den Wassertaxis entlang der Küste). Oberhalb des Ortes führt ein bei Wanderern beliebter Pfad in einer Stunde Aufstieg zum Nonnenkloster bei Agia Efpraxia, mit einer kleinen Ausstellung und lokalen Produkten zum Verkauf. Auf der Ostseite halten sich drei verlassene Klöster aus dem 18. Jahrhundert, natürliche Stationen auf dem Weg zum Kap Zourvas an der Nordostspitze. Im Süden erreicht man dagegen das Dorf Episkopi, während die Uferpromenade mit ihren Restaurants und Boutiquen die mondänste Seite der Insel zeigt.
Gut zu wissen
Idra hat keine großen Sandstrände: Man badet von den Felsplattformen entlang der Küste oder erreicht mit dem Wassertaxi die abgelegeneren Buchten. Die Anreise erfolgt per Fähre ab Piräus – praktisch für einen Tagesausflug von Athen oder als Etappe beim Island-Hopping im Saronischen Golf. Von Deutschland aus kommt man am einfachsten per Flug nach Athen und nimmt von dort die Fähre. Gerade diese Atmosphäre außerhalb der Zeit war es, die in den 1960er-Jahren Maler und Dichter wie Leonard Cohen verzauberte, der sich hier ein Haus einrichtete.