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Lavrio

Der Bergbauhafen, der die Akropolis bezahlte: Silber, 100 Meter tiefe Schächte und ein antikes Theater eine Stunde von Athen entfernt.

Lavrio

Ohne Lavrio gäbe es die Akropolis nicht. In diesem kargen Hafen am Fuße des Lavreotiki förderten die Athener das Silber, das die Kassen der Stadt füllte und ihre Größe finanzierte. Die hier gegrabenen Stollen gehören zu den ältesten der Welt: Ausgrabungen haben Spuren von Bergbautätigkeit bereits aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. ans Licht gebracht. Heute ist Lavrio eine raue und authentische Hafenstadt, fernab der Touristenrouten, und von hier legen die Fähren zu den kleineren Kykladeninseln ab.

Die Silberminen

Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. beuteten die Athener die Silber- und Bleivorkommen des Berges aus, und dieses Metall war das Rückgrat ihrer Macht. Um an das Erz zu gelangen, trieb man senkrechte Schächte bis zu 100 Meter in die Tiefe, von denen enge und sehr niedrige Gänge abzweigten. In den Zeiten höchster Aktivität überstieg die Zahl der Bergleute, fast alle Sklaven, zwanzigtausend. Mit dem Versiegen der Erzadern ging der Abbau zurück und wurde erst in der Neuzeit mit neuen Techniken wieder aufgenommen: Von dieser Vergangenheit zeugen noch Stollen, Erzwäschen und Schmelzanlagen, die über die Landschaft verstreut sind.

Was man sehen kann

Das Glanzstück ist das antike Theater von Lavrio, in den Hügel gehauen und mit Blick aufs Meer. Wer sich für den Untergrund interessiert, sollte das Mineralogische Museum nicht verpassen, das mit den aus den Stollen geförderten Mineralien den außergewöhnlichen geologischen Reichtum der Region erzählt. Der Rest ist ein Spaziergang an der Strandpromenade zwischen den Booten und Cafés, bevor man Kurs auf die Kykladen nimmt.

Gut zu wissen

Lavrio ist ein Halbtagesausflug von Athen aus, der sich gut mit Kap Sounion und seinem Poseidontempel verbinden lässt, der etwas weiter südlich an derselben Küste liegt. Der Hafen ist außerdem ein alternativer Einschiffungspunkt zu Piräus für einige Inseln – praktisch, wenn man ruhigere Verbindungen sucht.

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