Amorgos
Ein weißes Kloster, das an einer steil ins Meer abfallenden Felswand klebt, und Pfade zwischen den Felsen: die senkrechteste Insel der Kykladen.
Lang, schmal und fast ganz aus Bergen bestehend, ist Amorgos die Insel, die man von oben aufs Meer hinab betrachtet statt vom Strand aus. Ihr Wahrzeichen ist das Kloster Hozoviotissa: eine weiße, achtstöckige Klinge, an eine Felswand gedrückt, über dem Blau schwebend. Wenige Sandabschnitte, dafür zahllose Steinpfade – und genau das hat sie vom Massentourismus der anderen Kykladen ferngehalten.
Sehenswürdigkeiten
Das byzantinische Kloster Hozoviotissa ist der Grund, warum man nach Amorgos kommt. 1088 von Kaiser Alexios Komnenos gegründet, klammert es sich an die Ostküste, 180 Meter über dem Meer, unterhalb der Chora; im Inneren bewahrt es eine wundertätige Marienikone und eine Bibliothek mit alten Handschriften. Der Aufstieg ist steil, doch der Blick von der Terrasse belohnt jede Stufe (bedeckende Kleidung ist Pflicht).
Die Chora ist ein Gewirr aus Gassen und weiß gekalkten Häusern rund um eine venezianische Burg aus dem 13. Jahrhundert, mit gut vierzig Kirchen und Kapellen. Darunter Agios Fanourios, eine der kleinsten Griechenlands: In das Kirchenschiff passen drei Personen. Über dem Ort wacht die Apano Kastro, eine Festung, die Geremia Ghisi 1290 errichten ließ.
Von Katapola, dem in einer hufeisenförmigen Bucht geborgenen Hafen, führt ein Pfad zu den Ruinen des antiken Minoa, mit zyklopischen Mauern und den Fundamenten eines Apollon-Tempels.
Die Strände und die Wanderwege
Amorgos hat wenige Strände, und das ist ein Vorzug. Die sandigen liegen im Norden, rund um Ormos Aegialis, die wichtigste Touristenbasis. Von hier führen die alten Saumpfade zu den Dörfern Lagkada und Tholaria, wo sich zwischen den Terrassen römische Gewölbegräber verbergen. Es ist die Insel des Trekkings: Steinpfade, Ziegen, schwindelerregende Panoramen.
Gut zu wissen
Man erreicht Amorgos mit der Fähre, mit Anlegestellen in Katapola und Ormos Aegialis. Üblicherweise reist man über Athen an – Direktflüge gibt es ab vielen deutschen Flughäfen – und steigt dort auf die Fähre um; auch eine Anreise über Italien mit Fähren ab Häfen wie Ancona, Bari oder Brindisi nach Patras ist möglich. Eine Straße verbindet inzwischen die beiden Enden der Insel, doch das Schönste bleibt, zu Fuß zu gehen. Bring feste Wanderschuhe mit und stell dich auf Steigungen ein: Auf Amorgos geht fast alles bergauf.