Ägina
40 Minuten vom Piräus: Pistazien, Pferdekutschen und der Aphaia-Tempel
Vierzig Minuten Fähre vom Piräus, und Sie sind in einer anderen Welt: Pferdekutschen, die am Kai warten, vor den Läden aufgestapelte Pistaziensäckchen, Tonkrüge entlang der Uferpromenade. Ägina ist die Insel, die die Athener zum Mittagessen ansteuern und die alle, die mehr Zeit haben, als Basis nutzen, um den Saronischen Golf zu erkunden, ohne sich allzu weit von der Hauptstadt zu entfernen.
Sehenswürdigkeiten
Das Wahrzeichen der Insel ist der Aphaia-Tempel auf einer von Pinien umhüllten Anhöhe oberhalb von Agia Marina. Erbaut um 490 v. Chr., sechzig Jahre vor dem Parthenon, zählt er zu den am besten erhaltenen dorischen Bauwerken Griechenlands: Die bewusst dicker ausgeführten Ecksäulen lassen ihn massiv wirken, selbst wenn er sich gegen den Himmel abzeichnet. Die Giebelfelder zeigten Athene inmitten kämpfender mythologischer Helden – Skulpturen, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts versteigert wurden und heute in der Glyptothek in München zu sehen sind. Eine 1901 entdeckte Inschrift enthüllte, dass der Tempel in Wahrheit der lokalen Gottheit Aphaia geweiht war.
Die Stadt Ägina ist einen eigenen Spaziergang wert. Vom Hafen bringen die Kutschen die Besucher bis zum venezianischen Turm Pyrgos Markéllou, in der Nähe der Kathedrale Agios Nektarios, einer der größten orthodoxen Kirchen Griechenlands. Zwischen den eleganten Häusern der alten Kaufmannsviertel taucht die byzantinische Omorfi Ekklisia aus dem 13. Jahrhundert auf, mit noch immer lebendigen Fresken.
Pistazien und Genüsse
Die Pistazie von Ägina ist eine kleine Institution: süß, aromatisch, durch eine geschützte Ursprungsbezeichnung gesichert. Sie finden sie geröstet und gesalzen in jedem Laden am Hafen, aber auch in Marzipan, Eis und Likören. Es lohnt sich, ein Säckchen mit nach Hause zu nehmen.
Gut zu wissen
Ein wenig Geschichte erklärt das vornehme Flair der Insel: In der Antike war Ägina die erste europäische Stadt, die eigene Münzen prägte, und 1828 wurde sie für kurze Zeit zur ersten Hauptstadt des unabhängigen Griechenland. Für die Anreise legen die Fähren laufend vom Piräus ab; die Nähe zu Athen macht die Insel auch für einen reinen Tagesausflug ideal. Deutsche Reisende fliegen meist direkt nach Athen und nehmen vom Piräus die Fähre – wer ohnehin über Italien nach Griechenland anreist, kann Ägina gut in eine längere Rundreise einbauen.